Beim Einkaufen in Paraguay gibt es große Unterschiede zwischen den größeren Städten wie der Hauptstadt Asunción, Encarnación, Ciudad del Este und den ländlichen Gebieten. Während man auf dem Land meist auf kleine “sogenannte Despensas – Tante Emma Läden – angewiesen” ist, findet man in Asunción nahezu alles, was man auch aus Deutschland kennt: Supermärkte, moderne Einkaufszentren, sowie sogar Luxus-Boutiquen. Selbst Produkte wie Nutella, Haribo, Paulaner Bier oder Milka Schokolade sind z.B. beim deutschen Supermarkt Casa Rica erhältlich, wenn auch oft bis zum dreifachen Preis wie in Deutschland. Auch deutsches Brot muss man nicht missen, denn im Land gibt es mehrere deutsche Bäcker.
Insbesondere die paraguayische Mittelschicht liebt es in den Supermarktketten wie z.B. Superseis, Stock oder Biggie einkaufen zu gehen. Mit Fortis gibt es in Asunción auch einen Großmarkt wie die Metro in Europa oder Walmart in den USA. Mit dem Unterschied, dass anders als zur Metro, bei Fortis keine spezielle Karte zum Einkauf benötigt wird.

Interessant zu wissen ist, dass die Supermärkte in der Regel Abkommen mit Banken geschlossen haben. Wer zum Beispiel samstags mit der ITAU-Kreditkarte im Superseis bezahlt, erhält 15 Prozent Nachlass auf seinen Einkauf. Daher bietet es sich an, seinen Wocheneinkauf mit Rabattaktionen seiner Bank im nächsten Supermarkt zu koordinieren. Des Weiteren sucht man in Paraguay vergeblich die Grundpreisangaben, z.B. was heruntergebrochen ein Liter Milch oder 1 kg Käse kostet. Es empfiehlt sich daher, die Preise mit dem Handy nachzurechnen. Es kommt nämlich vor, dass manchmal mehrere kleine Packungen günstiger sind als eine große Familienpackung.

Während noch im Jahr 2021 in Asunción an fast jeder Supermarktkasse jemand stand, der die Einkäufe einpackte, ist dies 2025 nur noch vereinzelt der Fall. Dafür gibt es mittlerweile Selbstbedienungskassen, an denen man seine Einkäufe bequem selbst scannen und bezahlen kann – praktisch, vor allem wenn die normalen Kassen wie gewohnt etwas länger dauern und man sich nicht mit den Mitarbeitern rumärgern will. Denn es kommt vor, dass Rabatte nicht richtig abgezogen werden oder Fehler passieren – sei es aus technischen Gründen, Nachlässigkeit oder Absicht. In meiner Zeit hier ist es mir schon öfter passiert, dass es mal zu wenig Wechselgeld gab, oder komplett einzelne Rabatte gar nicht abgezogen wurden. Daher immer den Kassenzettel prüfen und bei Selbstständigkeit nicht vergessen, die RUC anzugeben.
In der Innenstadt von Asunción, insbesondere auf der bekannten Calle Palma – der Palmastraße – prägen zahlreiche Straßenhändler das Stadtbild. Sie verkaufen von Sonnenbrillen, über Uhren, Portemonnaies und Reisekoffer so einiges. An vielen Kreuzungen bieten Verkäufer während der Rotphasen oft Früchte und Chipas, ein traditionelles paraguayisches Käsegebäck, direkt an den Autofenstern an. Ebenfalls gibt es in jeder Stadt Märkte, auf denen man frisches Obst und Gemüse direkt vom Produzenten kaufen kann.
Abschließend zum Einkaufen auf dem Land. Hier ist die Auswahl wesentlich stärker begrenzt. Es empfiehlt sich, einmal im Monat für einen größeren Einkauf in die Großstädte mit dem Auto zu fahren. Ohne eigenes Auto ist das allerdings schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln – nur Busse, Züge gibt es keine – kommt man in Paraguay nicht sehr weit.
Ein weitere Herausforderung in Paraguay ist, dass Amazon nicht direkt ins Land liefert. Allerdings gibt es private Anbieter wie z.B. Paraguaybox. Dabei bestellt man seine Amazonbestellung zu deren Postfach in die USA und diese übernehmen den Transport nach Paraguay. Anschließend kann man die Bestellung, je nach Anbieter, in der Filiale in Asunción oder an einer Paketstation abholen.
