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Freizeitmöglichkeiten, Kirche und Friedhöfe in Paraguay

Ganz gleich, ob man noch arbeitet oder bereits im Ruhestand ist, möchte man seine Zeit auch genießen. Deshalb stellt sich die Frage nach Freizeitmöglichkeiten. Hier kommt es darauf an, wo man genau in Paraguay plant zu leben. Die meisten Aktivitäten und das meiste Leben konzentrieren sich eindeutig auf die Hauptstadt Asunción. Dort gibt es praktisch alles, von elitären Golfclubs, Tennis- Padelplätze, Kinos, Billard, Bowling Billard, Bowling sowie eine große Auswahl an Bars und Restaurants. In dieser Stadt laufen alle Fäden des Landes zusammen, hier wird genetzwerkt. Wenn man gute einflussreiche Kontakte sucht, dann sollte man hierher kommen.

An der Costanera gibt es einen Flussarm, der wie ein kleiner See wirkt, mit einem sehr kleinen Strand, wobei es Definitionssache ist, ob man ihn überhaupt als Strand bezeichnen kann. Hier rudern Leute, fahren mit kleinen Booten und auch Jetskis. Schwimmen darf man jedoch nicht, weil die Wasserqualität sehr schlecht ist. Wenn man schwimmen will, sollte man einen der vielen Pools in der Stadt aufsuchen. Ich selbst liebe es, kurz vor Sonnenuntergang an der Costanera am „Strand“ entlangzuspazieren. Familien und Kinder spielen dort friedlich und das erinnert mich nostalgisch an eine sorglose, schöne Zeit, wie ich sie in meiner Kindheit in Deutschland erleben durfte, in einem Land, das es so heute leider nicht mehr gibt.

Ebenfalls an der Costanera gibt es einen ganzjährig geöffneten Jahrmarkt mit einem Riesenrad. Durch diesen bin ich schon ein paar mal durch spaziert, aber da ich noch nie der Jahrmarkttyp war, habe ich die Fahrgeschäfte nicht ausprobiert. Der Jahrmarkt hat zwar schon bessere Zeiten gesehen, aber die Leute sind hier freundlich und anders als in Deutschland  gibt es hier keine Betonklötze bei den Eingängen. Ich kann mir gut vorstellen, dass mit kleinen Kindern dieser Jahrmarkt zu einem ihrer Lieblingsplätze in der Stadt wird.

Oft finden hier beim Jahrmarkt auf der großen Wiese daneben verschiedene Events statt. Wie zum Beispiel Anfang Oktober, als ein großes Festzelt für das Oktoberfest aufgebaut wurde. Es gab tatsächlich originales bayerisches Paulaner Bier, auch wenn die Mischung aus traditioneller deutscher Musik und lateinamerikanischem Reggaeton sehr seltsam in den Ohren klang. Wenn ein Fußballspiel ansteht, findet hier Public Viewing statt. Ab und zu kann man vom Jahrmarkt auch sehen, wenn der Präsident mit seinem Hubschrauber beim Präsidentenpalast landet, auch wenn es mit Präsident Santiago Peña seltener geworden ist, da er sehr oft im Ausland unterwegs ist.

In Asunción gibt es auch einen “Deutschen Turn und Sportverein”. Denn wenn Deutsche auswandern, wird zuerst eine Brauerei eröffnet – was in Paraguay auch der Fall ist, Munich und Pilsen, zwei sehr gute Biere – als zweites wird dann ein Turnverein gegründet. Ich selbst war beim Tag der offenen Tür da und muss sagen,  dass mittlerweile die Deutschen in diesem Verein eher zur Minderheit gehören. Aber wer Sport mag und einen Verein sucht, für den lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

In der Hauptstadt leben auch viele Deutschsprachige, Europäer und Amerikaner. Unter den Deutschsprachigen sind alle politischen und religiösen Gruppen vertreten, sodass man schnell Gleichgesinnte finden kann, wenn man will.

In Asunción gibt es auch viele und sehr gute Restaurants und Bars. Eine der bekanntesten Bars/Restaurants ist die Negroni Rooftop Bar und Casa Clari im historischen Zentrum der Stadt mit einem traumhaften Ausblick auf den Präsidentenpalast.

Des Weiteren ist, wer Kaffee mag, die Juan Valdez Kette und wer Pasta mag, die Berlini Kette sehr zu empfehlen. Diese gibt es über die gesamte Stadt verteilt, ich persönlich liebe es, dorthin zu gehen.

 

Landesinnere und Chaco

Im Landesinneren und im Chaco gibt es deutlich weniger zu tun. Das hängt zum einen mit der Größe der Städte und Siedlungen zusammen, zum anderen damit, dass der Chaco stark mennonitisch geprägt ist. Den Mennoniten sind nicht dafür bekannt, abends auszugehen.

Wenn ich zum Beispiel zu Besuch nach Loma Plata in den Chaco fahre, merke ich direkt den starken Kontrast. Asunción, die lebendige, pulsierende Stadt und in Loma Plata kann man wortwörtlich die Grillen abends zirpen hören. Selbst am Wochenende um 20 Uhr ist die Stadt so gut wie ausgestorben.

Das liegt u.a. auch daran, dass die Mennoniten immer sehr früh immer schlafen gehen, weil sie generell frühaufsteher sind. In der Regel stehen viele bereits schon um fünf Uhr morgens auf und trinken ihren ersten Mate, ein traditionelles paraguayisches Getränk. Sowie fahren diese immer gegenseitig Familie und Freunde in deren Privathäuser besuchen, Ausgehen in Bars findet einfach nicht statt. Die einzigen Bars in Loma Plata findet man im Paraguayer Viertel.  Alkohol kann man übrigens nicht in den großen mennonitischen Supermärkten kaufen. Dafür gehen alle – Paraguayer, Indigene und auch Mennoniten – einfach gegenüber in die „Bodega“, einen kleinen Laden, der auf Bier, Wein, Whisky und Ähnliches spezialisiert ist, und kaufen dort ein.

Ein weiteres beliebtes Hobby im Chaco ist, einfach ohne Grund und Ziel mit dem Auto oder SUV durch die Gegend zu fahren. Sonntags nachmittags, nach der Kirche, treffen sich einige am Flughafen, um selbst mit den Cessnas zu fliegen oder anderen beim Fliegen zuzuschauen. Diskotheken gibt es im gesamten Chaco nicht. Wenn die Jugend feiern will, fahren einige deshalb immer nach Asunción, fernab von Familie und Kirche.

Eine sehr interessante Gegend für einen Besuch ist die “Kolonie” Sommerfeld in Ostparaguay, vor allem, weil sie meiner Meinung nach u.a. das beste Eis des Landes haben. Anders als die Mennoniten im Chaco leben diese eher wie die Amischen. Die Frauen tragen Kopftücher, die Familien sind sehr kinderreich, sehr konservativ und es herrscht eine sehr strenge, rigide Arbeitskultur. Zusammen mit den fruchtbaren Böden hat das zu einem enormen Wohlstand geführt. Fährt man durch die Stadt, fallen einem sofort die riesigen Anwesen auf.

Abschließend noch ein paar negative Punkte: Wer Berge liebt und sehen will, der ist in Paraguay im falschen Land. Hier gibt es keine Berge, das Land ist flach. Aber kein Problem, man kann ja problemlos nach Argentinien, Patagonien fahren. Tropenstrände sucht man im Binnenland leider ebenfalls vergeblich, aber auch hier ist Brasilien nur einen Flug entfernt. Wer auch mit kleineren, nicht Tropenstränden zufrieden ist, kann auch nach Encarnación fahren oder den kleinen Strand am Flussarm in Asunción besuchen. Im Chaco allerdings gibt es weder Strände noch Flüsse. Künstlich angelegte Wasserspeicher Reservoire sind das einzigste und Pools in Hotels und Privathäusern.

 

Kirche in Paraguay

Wer eine Kirchengemeinde in der neuen Heimat sucht, kann auch hier schnell fündig werden. Paraguay ist ein sehr katholisch geprägtes Land, daher sind die meisten Kirchengemeinden spanischsprachig, römisch-katholisch und gelegentlich evangelisch freikirchlich. Dies gilt vor allem für das Landesinnere.

In der Hauptstadt Asunción gibt es die größte Auswahl an Kirchengemeinden. Besonders positiv hervorzuheben ist die deutsche evangelisch-lutherische Gemeinde, die ich selbst des Öfteren besuche. Jeden Sonntag finden zwei Gottesdienste statt. Zunächst einer auf deutsch und nach einer Pause, einer auf Spanisch. Pastor Michael stammt aus Franken und ist sowohl theologisch als auch menschlich großartig. Diese Gemeinde kann ich wirklich sehr weiter empfehlen!

Congregación Evangélica Alemana de Asunción
Straße: Dr. Cayo Romero 424, Las Mercedes Asunción
Telefon: +595 981 730 793

Mail: iglesia@ceaa.org.py

https://ceaa.org.py/

 

Daneben gibt es noch die deutschsprachige mennonitische Concordia-Gemeinde. Diese habe ich selbst bisher noch nicht besucht und kann sie daher auch nicht einschätzen.

Sehr erwähnenswert ist auch die kleine russischsprachige russisch-orthodoxe Gemeinde. Diese habe ich einmal besucht und wurde dort sehr herzlich und gastfreundlich aufgenommen.

Wenn man in den Chaco zieht, dann findet man dort hauptsächlich deutschsprachige mennonitische Gemeinden. Daneben gibt es noch ein paar vereinzelte spanischsprachige katholische und freikirchliche Gemeinden.

Was einem in Paraguay außerdem auffällt: Ich war schon in vielen Ländern unterwegs, aber hier habe ich die meisten christlichen Symbole und Bibelverse in der Öffentlichkeit gesehen. Auf Bussen prangen große Jesus-Aufkleber, auf der “Ruta” – paraguayische Autobahn, die allerdings eher einer deutschen Landstraße ähnelt – große Tafeln mit Bibelversen. Das Problem ist leider, dass die meisten Menschen außerhalb des sonntägigen Gemeindebesuchs nicht danach leben. Nach meiner Erfahrung trifft man in Paraguay deutlich mehr Leute, die versuchen, andere auszunutzen oder sich finanziell zu bereichern. Nur weil jemand regelmäßig in die Kirche geht und sagt, er sei Christ, heißt das nicht, dass man ihm automatisch vertrauen sollte!

Es gibt viele Menschen, die mit Geld nach Paraguay kamen und dann ohne Geld und mit „Erfahrung“ wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind. Einer meiner Gründe, diesen Blog und meinen Service zu starten, war es, auch auf die Probleme in Paraguay aufmerksam zu machen und realistisch die Schattenseiten zu zeigen. Gleichzeitig möchte ich denen helfen, die hier einwandern wollen, damit es ihnen reibungslos gelingt. Denn viele selbsternannte “Einwanderungshelfer” und “Experten” stellen fast nur ausschließlich das Positive dar, um schnell neue Kunden zu gewinnen und Geld zu verdienen. Fairerweise muss aber erwähnt werden, dass es auch viele gute Helfer gibt. Was ich sagen will, es gibt überall schwarze Schafe und seid bitte wachsam.

 

Friedhöfe in Paraguay

Wenn ich schon über Kirchengemeinden schreibe, will ich auch noch kurz die Bestattungs- und Trauerkultur ansprechen. Anders als in Deutschland besteht hier keine Pflicht, auf dem Friedhof bestattet zu werden. In Asunción gibt es einen großen katholischen Friedhof, auf dem die Familien kleine “Häuschen”/Mausoleen gebaut haben, in denen sie ihre Verstorbenen bestatten. Ab und zu werden dort sogar kleine touristische Friedhofstouren angeboten. Im Chaco gibt es mennonitische Friedhöfe, die den Friedhöfen in Deutschland ähneln. Anders als in Deutschland sind die Gräber hier dauerhaft und müssen nicht gemietet werden. Möglicherweise ist ein Grund hierfür, dass Paraguay viel Platz hat. Eine Feuerbestattung und Urnenbeisetzung ist in Paraguay eher ungewöhnlich.

Auf dem Land  kommt es manchmal vor, dass die Paraguayer ihre Toten im eigenen Garten bestatten. Wenn man dann vorbeifährt, sieht man einige Gräber direkt bei den Häusern, was für mich extrem ungewohnt ist. Des Weiteren sind die Paraguayer, entgegen der christlichen Lehre, sehr abergläubisch. Sie legen manchmal Münzen auf die Gräber der Verstorbenen und haben reale Ängste vor manchen Mythen/Legenden.

 

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