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Führerschein, Mobilität, Autokauf und Auto fahren in Paraguay

In Paraguay ist es möglich mit dem deutschen und internationalen Führerschein zusammen 90 Tage lang Auto zu fahren. Sobald diese 90 Tage vorbei sind, oder man seine Cedula erhält, ist man gesetzlich verpflichtet, einen paraguayischen Führerschein zu beantragen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das ist hier sehr einfach und zudem günstig. Mit den richtigen Kontakten bekommt man den Führerschein oft schon innerhalb weniger Stunden. Wenn ihr dabei Hilfe braucht, stehen wir gerne zur Verfügung.

Die Fahrweise in Paraguay ähnelt eher den USA oder in Städten wie Rom und Neapel. Der Verkehr ist hektisch und ein deutlicher Kontrast zu Mitteleuropa. Verkehrsregeln werden häufig eher als Empfehlung betrachtet und nicht selten gilt das Recht des Stärkeren. Eine Ausnahme bilden z.B. die sogenannten “deutschen Kolonien” im Chaco, wo weitgehend deutsche Verhältnisse herrschen, aber dort leben ja auch überwiegend deutsch-kanadisch stämmige Mennoniten. Man sollte, wenn möglich, nicht gleich am ersten Tag selbst Auto fahren, sondern sich zunächst einen Eindruck vom Verkehr verschaffen und alles in Ruhe beobachten. Aber dies ist nur eine persönliche Empfehlung.

Mobilität in Asunción

In größeren Städten wie Asunción gibt es neben dem katastrophalen öffentlichen Nahverkehr, die Alternative von Bolt, Uber und Muv (eine lokale paraguayische Alternative). Taxis könnte man theoretisch ebenfalls nutzen, sie sind aber in der Regel teurer als die genannten Anbieter. Da in Paraguay ein anderes günstigeres Preisniveau herrscht, kann man für umgerechnet etwa 4 Euro einmal quer durch Asunción fahren. Ich selbst nutze diese Optionen regelmäßig und wechsle dabei zwischen Bolt und Uber.

 

Wichtig ist dabei, vor dem Einsteigen das Kennzeichen zu prüfen und auf das eigene Bauchgefühl zu achten. Nach über sieben Monaten in Asunción und mehr als 500 Fahrten ist mir bisher noch nie etwas passiert. Dennoch gilt, wie überall auf der Welt: Immer lieber einmal zu vorsichtig sein, als es nachher zu bereuen.

Die Nutzung dieser Anbieter in der Großstadt lohnt sich besonders, weil sie im Gegensatz zu den Bussen zeitlich zuverlässiger sind und weniger überfüllt. Wenn man sich die Zustände der Busse anschaut, würden hiervon wahrscheinlich 80 % in Deutschland nicht einmal den TÜV bestehen. Deshalb sollte man hier die eigene Sicherheit und Zeit bevorzugen. Aber klar, der Vollständigkeitshalber muss aber auch erwähnt werden, dass die Busse die preislich günstigste Fortbewegungsmittel sind.

Lebt man außerhalb einer Metropole, führt kein Weg um ein eigenes Auto vorbei. Gerade auf dem Land ist ein solider SUV oder Pickup aufgrund der katastrophalen Erdwege ein Muss. Ein Kleinwagen wie ein Smart oder Mini würde die Straßen hier definitiv nicht überstehen. Selbst in der Hauptstadt ist ein Kleinwagen manchmal gewagt, da bei Regen aufgrund des mangelhaften Abwassersystems die Straßen teilweise zu regelrechten Flüssen werden.

Eines was man auch sagen muss: Asunción ist definitiv nicht fußgängerfreundlich. Zwar gibt es mit der Costanera (Uferpromenade) Bereiche, in denen man gut zu Fuß unterwegs sein kann, aber generell sind Löcher in Bürgersteigen und sogar herunter liegende Stromleitungen der übliche Anblick. Besonders bei Regen oder Sturm sollte man nicht zu Fuß unterwegs sein. Es kommt immer wieder zu Fällen, in denen Menschen durch herabfallende Stromkabel sterben. Für mich ist es bis heute schockierend, wie die Paraguayer diese Zustände einfach hinnehmen, aber um fair zu sein: Die wenigsten waren im Ausland und kennen Alternativen nur aus dem Fernsehen. Außerdem gibt es aktuell keinen politischen Willen, das Leben für Fußgänger angenehmer zu gestalten, sehr schade.

In den “deutschen Kolonien” Loma Plata oder Neuland bestehen diese Probleme nicht. Allerdings kann es besonders mittags sehr staubig und unangenehm sein, zu Fuß unterwegs zu sein. Insgesamt sind diese Städte stark US-amerikanisiert, sodass eher auf das eigene Auto als auf fußgängerfreundliche Zonen gesetzt wird. Vom Radfahren möchte ich erst gar nicht anfangen – das sollte man, wenn überhaupt, nur an der Costanera oder in den Kolonien tun, vorausgesetzt, einem macht der Staub nichts aus.

Bei meinem ersten Besuch in Asunción im Jahr 2020 ist mir aufgefallen, dass in Paraguay viele verlassene Autos am Straßenrand abgestellt vor sich hin rotteten. Fünf Jahre später sind es deutlich weniger geworden.

 

Autokauf

Dies führt mich direkt zum nächsten Thema: dem Autokauf. Wenn man das Geld hat, sollte man auf jeden Fall einen Neuwagen kaufen. Chinesische Anbieter wie Geely oder koreanische Marken wie KIA oder Hyundai bieten preiswerte Modelle auf dem Markt an. Für etwa 15.000 bis 25.000 USD kann man hier ein solides Auto erwerben.

Hat man das Geld nicht oder möchte lieber einen Gebrauchtwagen kaufen, dann gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten. Die Preise für Gebrauchtwagen sind hier jedoch deutlich teurer als in Deutschland oder Österreich. Einen Grund dafür erkennt man schnell, wenn man auf die Weltkarte schaut und sieht, dass die Versorgung mit Autos in Paraguay eher logistisch schwierig ist.

Des Weiteren sollte man immer bei einem vertrauenswürdigen Autohändler kaufen. Mit gesundem Menschenverstand lässt sich meist erkennen, ob ein Anbieter seriös ist und es ist immer wichtig, die Fahrzeugdokumente sorgfältig zu prüfen, z.B. ob der Vorbesitzer alle Steuern gezahlt hat. Des Weiteren sollte man außerdem wissen, dass die Paraguayer ihre Autos häufig sehr unsachgemäß behandeln. Es gibt hier keinen TÜV und wenn bei der teilweise undurchdachten Fahrweise, sowie den schlechten Straßen etwas kaputt geht – was durchaus schnell passieren kann – wird es oft nur notdürftig geflickt. Ist ein Auto irgendwann komplett verschlissen, wird es aufgehübscht und an den nächstbesten Käufer verkauft. Da die Fahrzeuge mangels funktionierendem öffentlichen Nahverkehr sehr stark genutzt werden, haben sie oft schnell eine sehr hohe Kilometerzahl auf dem Tacho.

In Paraguay fällt zudem sofort auf, dass viele japanische ländestypische Autoversionen unterwegs sind, insbesondere von Toyota und Nissan. Das liegt daran, dass neben den bereits vorhandenen Fahrzeugen im Land viele Autos importiert werden, zum Beispiel aus Iquique, einer Hafenstadt in Chile. Oft werden Gebrauchtwagen aus Japan dorthin exportiert, am Hafen werden Lenkrad und Steuer auf die andere Seite umgebaut, bevor die Autos nach Paraguay importiert werden. Autohändler werben dann damit, dass die Fahrzeuge zuvor von Japanern gefahren wurden und daher in gutem Zustand seien. Zwar stimmt es, dass Japaner in der Regel sehr sorgfältig mit ihren Autos umgehen, jedoch werden die Umbauarbeiten manchmal von weniger erfahrenen chilenischem Personal durchgeführt. Jeder Automechaniker weiß: Wird ein Auto nicht fachgerecht umgebaut, kann das z.B. bei einem Unfall gefährlich werden. In Chile gibt es keinen deutschen Tüv, der den Umbau abnehmen würde. Sicher gibt es Händler, die die Umbauten ordentlich durchführen, aber wenn man das Auto in Paraguay kauft, weiß man nicht, wie zuverlässig die Arbeiten in Chile ausgeführt wurden.

Eine weitere Möglichkeit ist, das eigene Auto per Container nach Paraguay zu importieren. Zwar ist der Import mit Kosten verbunden, dafür weiß man aber genau, was man fährt. Wichtig ist hierbei, die richtigen Kontakte in Paraguay zu haben, da das Auto sonst schnell mehrere Monate beim Zoll festhängen kann. Es gilt hier, wie generell im Land, die richtigen Amigos, vereinfachen das Leben, oder fehlen diese, wird es herausfordernder.

 

Kurzfassung: Beim Gebrauchtwagenkauf sollte man sehr vorsichtig sein. Langfristig betrachtet ist es meistens am besten, einen Neuwagen zu kaufen, auch auf Raten, da man so sicher sein kann, dass mit dem Auto alles in Ordnung ist. Alternativ kann man sein eigenes Auto per Container importieren.

Wenn Sie Hilfe z.B. mit Führerschein und Auto-Import brauchen, stehen wir gerne zur Verfügung.

Sie erreichen uns bequem über WhatsApp: + oder per E-Mail: info@deitner-paraguay.com

 

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